Dienstag, 11. September 2012

[Kunst-Ausstellungen] Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst

Düstere Zeiten

Die Zeiten sind augenscheinlich nicht düster genug - oder gerade deshalb? Das Städel Museum entführt uns seit 26. September 2012 mit mehr als 200 Ausstellungsstücken in die Welt der "Schwarzen Romantik".

Beim Lesen des Ausstellungstitels sah ich einen Lichtstrahl auf eine Glaskugel fallen, dahinter eine samtgewandete, vor sich hin flüsternde Wahrsagerin, Magier mit Spitzhüten, Séancen und gezinkte Karten. Beim Lesen der Pressemitteilung fiel mir die Füssli-Ausstellung "Das verlorene Paradies" 1997/1998 in Stuttgart ein - den schelmisch auf der Brust hockenden, knollennasigen Nachtmahr und den beinahe sympathischen Pferdkopf mit den irren Augen. Die Printwerbung zielt jedoch in eine andere Richtung. Ernst Ferdinand Oehmes "Prozession im Nebel" ist ein beängstigend-ruhiges Bild mit Brücke und in Dunst gehüllten, in den Hintergrund schleichenden Figuren in dunklen Kutten. Spontan erinnerte es mich an den fatalistischen Marsch der Altgläubigen in der Schlussszene der Chowanschtschina von Mussorgski an der Oper Frankfurt vor einigen Jahren - die im Übrigen in diesem Herbst wiederaufgenommen wird. Die Website des Städel bietet zudem Totenschädel, Gräber, Gespenster, Hexen, Vampire, Nosferatu und Frankenstein sowie einen fast kompletten Weltuntergang.

Also eine spannende Mischung und gute Voraussetzungen für einen schaurig-schönen, gruseligen Herbstnachmittag :)

Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst im Städel Museum in Frankfurt am Main. Bis 20. Januar 2013.

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