Mittwoch, 3. Oktober 2012

[Kunst-Ausstellungen] Die Frankfurter Buchmesse 2012 - Kunst zum Schwerpunkt

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2012 ist: Neuseeland

Das jeweilige Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse wurde in den vergangenen Jahren gerne zum Anlass für Kunst-Ausstellungen. Beispielsweise zeigte 2009 die Schirn Kunsthalle "100 Skulpturen der Mao-Zeit" zum Gastland China und 2011 "Gabríela Friðriksdóttir. Crepusculum" sowie "Erró. Porträt und Landschaft" zu Island. Leider nicht in diesem Jahr. Während das Städel für den Herbst auf "Schwarze Romantik" setzt und im Liebieghaus der Koons-Rückbau in vollem Gange ist, wird ab 18. Oktober in der Schirn eine Ausstellung zu dem französischen Kunstmäzen und Maler "Gustave Caillebotte", ab 1. November "privat" zum Thema Post-Privacy eröffnet.

Die Kunst Neuseelands wurde anlässlich der Frankfurter Buchmesse über der Stadt verstreut. Neben dem Weltkulturen Museum sind u.a. der Frankfurter Kunstverein, der Portikus und das MMK mit Ausstellungen Bildender Kunst beteiligt. Zudem werden die Künstler Erica Duthie und Struan Ashby sowie die Dichterin Kate Camp in einem Public Art-Projekt "Tagträumer / Daydreamers: Tape art and poetry" Frankfurts Plätze - teils von Passanten inspiriert - mit aus Klebeband gefertigten Bildern und Poesie schmücken.

Neugierig zu werden, sich über die Ausstellungen und einzelnen Events nicht nur zu informieren, sondern einen Überblick zu erhalten und sie sich dann auch zu erschließen, ist nicht ganz trivial. Weit weg ist Neuseeland - und seine Kunst begegnet uns nicht alltäglich in Museen und Galerien. Hinzukommt, dass teils ungewöhnliche künstlerische Formen und Techniken vorgestellt werden, die der Erläuterung bedürfen. So zeigt das Weltkulturen Museum unter dem Titel "INCREDIBLY HOT SEX WITH HIDEOUS PEOPLE" eine Ausstellung über Zines und Underground-Publikationen mit Texten von Maori und pazifischen Inselbewohnern. In einer zweiten Ausstellung "FACE TO FACE / KANOHI KI TE KANOHI / FA'AFESAGA'I" werden Portraits prominenter samoanischer Persönlichkeiten des Künstlers Francis Pesamino zusammen mit Objekten aus der Polynesien-Sammlung des Museums vorgestellt. Der Portikus verspricht mit "A Life of Crudity, Vulgarity, and Blindness" eine Tageslicht-Installation von Michael Stevenson, die das "gesamte Gebäude in eine Camera Obscura verwandeln" wird und deren Hauptinspirationsquelle der panamaische Mathematiker und marxistische Philosoph, José de Jesús Martínez (Chuchú), war. Nicht mit dem Flugzeug, aber mit dem Helikopter ist der Besucher im MMK unterwegs. Das Museum für Moderne Kunst zeigt die raumgreifende 3-Kanal Video-Installation "Composition with RNZAF 3 Squadron Exercise Blackbird" von Alex Monteith, die den Betrachter auf einen Flug über das verschneite Neuseeland einlädt. Auch der Frankfurter Kunstverein präsentiert mit "Contact" Visual Art, hier gleich ca. 20 Künstler. Namensgebend für die Ausstellung ist eine Performance des neuseeländischen Konzeptkünstlers Jim Allen aus dem Jahr 1974; zudem verweist der Titel auf das bikulturelle Beziehungsgeflecht zwischen Māori und weißen Siedlern. Tanz und Theater in English Theatre und Mousonturm, sowie Vorführungen im Deutschen Filmuseum ergänzen das Programm zum Ehrengast Neuseeland.
  
Auf den ersten Blick keine leichte Kost - aber zumindest einen Annäherungsversuch ist es wert :) 

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