Samstag, 1. Dezember 2012

[Rezension] Der törichte Engel von Christopher Moore

Engel sind auch nicht mehr das...

Kalifornien, kurz vor Weihnachten, 27 Grad. Touristen bevölkern das verschlafene Städtchen Pine Cove. Ein Fremder im schwarzen Trenchcoat sucht ein Kind. Ein Unwetter zieht auf. Naja, nicht nur ein Unwetter, auch ein paar Untote und ein leicht unfähiger Verkündigungsengel. Die Zombies inklusive Weihnachtsmann haben es auf die Gehirne der Lebenden abgesehen - danach wollen sie einem schwedischen Möbelhaus einen Besuch abstatten... 

Aber von vorn: Beim jährlichen Baumklau ermordet die Exfrau aus Versehen den widerlichen Weihnachtsmann. Die Leiche wird zwar ordnungsgemäß untergehoben, aber leider gibt's da einen kleinen, übermotivierten Zeugen, der die Gleichung Weihnachtsmann = Geschenke gefährdet sieht. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Der Dorfpolizist Theo begegnet zwar keinem "Opossum mit Handfeuerwaffe", überfährt aber den Engel und verschenkt eine Salatschleuder. Ex-Warrior Babe Molly zerhackt den Kaffeetisch, spricht mit der Suppe und duelliert sich. Irrungen und Wirrungen mitten in den Weihnachtsvorbereitungen. Verantwortlich ist der Kakao-mit-Minimarshmallows-vertilgende Engel Raziel - und ein Weihnachtswunsch. "Fürchtet euch nicht..."

Die Story ist schräg, hier lustig, da unlogisch, geht manchmal inhaltlich gegen Null. Die überzeichneten Charaktere sind ein bisschen verrückt und liebenswert. Einige kennen Sie vielleicht: Den verwirrten Raziel aus "Die Bibel nach Biff", den Polizist und Exkiffer Theo Crowe und Molly Michon, Warrior Babe im Ruhestand, aus "Der Lustmolch", den für die Drogenfahndung arbeitenden Frauenversteher Tucker Case und seinen sprechenden, mikronesischen Flughund Roberto mit Marken-Sonnenbrille aus "Himmelsgöttin". Und hier ist auch der Weihnachtsmann bereits "abgearbeitet", den ich in meiner Rezension zu "Verflixtes Blau" noch vermisst hatte.

Das Ganze klingt absurd? Nein, das Buch hat keinen Anspruch. Es ist unsinnig, ein kurzweiliger Lesespaß mit Augenzwinkern - also gerade richtig für triste Tage. Eben ein "Moore". Und ja, es gibt bessere. Aber diese Geschichte hier ist vielleicht eine gute Vorbereitung auf die Weihnachtsfeiertage, wenn Ihre Kritische Masse mal wieder aufeinandertrifft - alles halb so schlimm :)

Moore, Christopher. Der törichte Engel. München: Goldmann Verlag, 2005. Originalausgabe: The Stupidest Angel. New York: William Morrow, 2004.

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